Editorial![]() der Jahreswechsel ist immer wieder mal ein Anlass, sich über Statistiken „herzumachen“, weil manche glauben, aus diesen alles erkennen zu können. Wieder andere sagen, dass man nur den Statistiken glauben kann, die man vorher selbst gefälscht hat. Nun bietet so eine SR-Statistik doch manchmal auch eine Gelegenheit zum Nachdenken. Eine unserer Statistiken sagt etwas über die Entwicklung unserer SR-Zahlen in den letzen Jahren aus. Die Gesamtzahl der SR im Bereich des Hamburger Verbandes hat sich von 2001 bis 2008 um 9 (neun!!) SR erhöht, dies ist nicht einmal 1 %. Wir haben in diesem Zeitraum mit viel Mühe aller Beteiligten fast 2.500 SR in zahlreichen Anwärterlehrgängen neu ausgebildet, d.h. wir haben mehr als 2/3 aller unserer Schiedsrichter in dieser Zeit „umgeschlagen“ - eine Fluktuation, die ihresgleichen sucht. Nun gibt es sicher viele Gründe, warum gerade im Bereich des Schiedsrichterwesens ein derartiger Umbruch immer wieder zu verzeichnen ist. Ärger und Verdruss durch unliebsame Vorkommnisse ist sicher einer von Ihnen. Aber ist die Schiedsrichterei für diejenigen, die diesen Sport ausüben, attraktiv genug und können die Erwartungen, die gerade die jungen Anwärter bei Aufnahme ihrer Schiedsrichtertätigkeit haben, erfüllt werden? Reicht es, wenn wir ihnen immer wieder erzählen, dass das Amt des Schiedsrichters eine der besten Möglichkeiten ist, für sich auch in seiner eigenen Persönlichkeitsentwicklung etwas Positives zu tun? Eine zweite Statistik (s. unten) , die sich mit der Altersstruktur unserer SR beschäftigt, lässt daran doch erhebliche Zweifel aufkommen: Danach sind 26 % der SR bis 18 Jahre alt 17 % der SR zwischen 19 und 25 Jahre alt 8 % der SR zwischen 26 und 35 Jahre alt 22 % der SR zwischen 36 und 50 Jahre alt und 27 % der SR über 50 Jahre alt. Im besten SR-Alter zwischen 25 und 35 Jahren, dem Alter also, in welchen die meisten Schiedsrichter für die vielen Leistungsklassenspiele im Herrenbereich gebraucht werden, „tummeln“ sich also gerade mal 8 %. Einer der Gründe für diese bei weitem nicht ausreichende Zahl ist wohl auch, dass viele ihren eigenen Erwartungshorizont überschritten haben und das Schiedsrichteramt eben nicht mehr attraktiv genug ist, um es auszuüben. . Dagegen sind genügend junge Interessenten vorhanden. Dies sehen wir auch bei den Anwärterlehrgängen, an denen meist mehr als 80 % Jugendliche teilnehmen. Ich will mich nun an dieser Stelle nicht an den endlosen Diskussionen beteiligen (dafür reicht hier auch der Platz nicht), warum und wieso wir diese große Zahl an Schiedsrichtern nicht über das Alter von 25 Jahren hinaus „bei der Stange halten“. Wir haben in den letzten Jahren doch einiges dafür getan, u.a. die Festlegung in unserer Satzung, dass diese jungen Kameraden einen „Paten“ für ihre erste Zeit erhalten, um ihnen über die Anfangsschwierigkeiten hinweg zu helfen. Ich möchte nur alle im Schiedsrichterwesen Tätigen zum Nachdenken anregen: Wie können wir das Schiedsrichteramt attraktiver machen und wirklich dafür zu sorgen, dass es heißt wie in dem neuen Wettbewerb, des DFB-Schiedsrichter-ausschusses „Faszination Schiedsrichter“. Wilfred Diekert, VSA-Vorsitzender |
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